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Der Ballwurf
beim Aufschlag

Das wichtigste technische Element des Aufschlags: Sitzt der Wurf nicht, gibt es keinen sauberen Treffpunkt und keine Konstanz – egal wie gut die restliche Technik ist. Sieben Fundamente bringen ihn in den Griff.

Zusammenfassung des Videos „Tennis Aufschlag Ballwurf | Schritt für Schritt erklärt“ von Lual Ring Lual – Online Tennis Training (YouTube, 07.05.2026)

Das Ziel: Der Ball muss so geworfen werden, dass du ihn mit gestrecktem Arm leicht vor dem Körper zwischen 12 und 1 Uhr treffen kannst – mit maximaler Kontrolle. Jedes der sieben Fundamente arbeitet auf diesen Punkt hin.

Die sieben Fundamente

Ballhaltung

Nicht in den Fingerspitzen halten – dort fehlt Kontrolle, der Ball rutscht über die Finger und bekommt Spin. Auch nicht in der Handfläche – dort fehlt das Gefühl. Optimal sind die unteren Fingerglieder: der beste Mix aus Kontrolle und Gefühl.

Armstruktur

Zwei Varianten sind zulässig: der durchgehend gestreckte Arm (Standardempfehlung) oder der durchgehend gebeugte Arm wie bei Nadal oder Djokovic – geeignet, wenn Strecken unangenehm ist.

Der häufigste Fehler im Freizeitbereich: gestreckt starten und gebeugt enden. Der Ball fliegt dann fast immer zu weit nach hinten.

Grundregel: Wie du startest, so endest du.

Startpunkt des Wurfs

Der Startpunkt richtet sich nach dem Rhythmus der gesamten Bewegung: große, langsame Ausholbewegung → tiefer starten; schneller, kurzer Rhythmus (Roddick-Stil) → höher. Bewährter Standard: auf Höhe der linken Hosentasche beginnen und von dort individuell feinjustieren.

Wurfbahn – vor oder neben dem Körper

Vor dem Körper, seitlich daneben oder dazwischen – keine Variante ist falsch, auch Profis unterscheiden sich hier. Empfehlung: die goldene Mitte. Zu weit seitlich driftet der Ball nach links, zu weit vorn landet er oft hinter dir.

Armgeschwindigkeit

Langsam starten, zum Ende hin beschleunigen – wie eine Rakete. Durchgehend langsam bringt keine Höhe, durchgehend schnell keine Kontrolle. Ruckartige Bewegungen unbedingt vermeiden.

Timing des Loslassens

Gefühlt zwischen Kinn und Nase loslassen – real geschieht es dann etwa auf Augenhöhe, weil der Kopf einen Moment zur Verarbeitung braucht.

Im Training gezielt gegenkorrigieren statt sich zu ärgern – so entsteht mit der Zeit ein präzises Gefühl für den richtigen Moment.

Feedback: Ball zu weit vorn = zu früh · Ball zu weit hinten = zu spät

Handbewegung beim Loslassen

Keine „Kralle“ mit den Fingern – sie erzeugt unangenehmen Spin und Würfe nach hinten. Stattdessen kurz vor dem Loslassen die Hand aufspreizen, sodass die Handfläche zum Himmel zeigt. So machen es die allermeisten Profis.

Bonus: Die richtige Wurfhöhe

Lieber zu hoch als zu niedrig – ein zu niedriger Wurf ist nicht korrigierbar und kostet Hebel und Power. Ein zu hoher lässt sich immer ausgleichen, indem man auf den Ball wartet.

Der Ball wird immer im Fallen geschlagen – nie im Steigen und nicht am höchsten Punkt. Das gilt für alle Profis, auch für die mit schnellem Rhythmus. Ein „zu hoch“ gibt es im Prinzip nicht, solange der Treffpunkt sauber bleibt; übertreiben sollte man dennoch nicht, weil sehr hohe Würfe mehr Abweichung haben und draußen der Wind dazukommt. Wer im Aufschlag verzögert, braucht in der Regel einen etwas höheren Wurf.

Nicht alles auf einmal ändern: ein Fundament pro Woche gezielt trainieren.