Die sieben Fundamente
1
Ballhaltung
Nicht in den Fingerspitzen halten – dort fehlt Kontrolle, der Ball rutscht über die Finger und bekommt Spin. Auch nicht in der Handfläche – dort fehlt das Gefühl. Optimal sind die unteren Fingerglieder: der beste Mix aus Kontrolle und Gefühl.
2
Armstruktur
Zwei Varianten sind zulässig: der durchgehend gestreckte Arm (Standardempfehlung) oder der durchgehend gebeugte Arm wie bei Nadal oder Djokovic – geeignet, wenn Strecken unangenehm ist.
Der häufigste Fehler im Freizeitbereich: gestreckt starten und gebeugt enden. Der Ball fliegt dann fast immer zu weit nach hinten.
Grundregel: Wie du startest, so endest du.
3
Startpunkt des Wurfs
Der Startpunkt richtet sich nach dem Rhythmus der gesamten Bewegung: große, langsame Ausholbewegung → tiefer starten; schneller, kurzer Rhythmus (Roddick-Stil) → höher. Bewährter Standard: auf Höhe der linken Hosentasche beginnen und von dort individuell feinjustieren.
4
Wurfbahn – vor oder neben dem Körper
Vor dem Körper, seitlich daneben oder dazwischen – keine Variante ist falsch, auch Profis unterscheiden sich hier. Empfehlung: die goldene Mitte. Zu weit seitlich driftet der Ball nach links, zu weit vorn landet er oft hinter dir.
5
Armgeschwindigkeit
Langsam starten, zum Ende hin beschleunigen – wie eine Rakete. Durchgehend langsam bringt keine Höhe, durchgehend schnell keine Kontrolle. Ruckartige Bewegungen unbedingt vermeiden.
6
Timing des Loslassens
Gefühlt zwischen Kinn und Nase loslassen – real geschieht es dann etwa auf Augenhöhe, weil der Kopf einen Moment zur Verarbeitung braucht.
Im Training gezielt gegenkorrigieren statt sich zu ärgern – so entsteht mit der Zeit ein präzises Gefühl für den richtigen Moment.
Feedback: Ball zu weit vorn = zu früh · Ball zu weit hinten = zu spät
7
Handbewegung beim Loslassen
Keine „Kralle“ mit den Fingern – sie erzeugt unangenehmen Spin und Würfe nach hinten. Stattdessen kurz vor dem Loslassen die Hand aufspreizen, sodass die Handfläche zum Himmel zeigt. So machen es die allermeisten Profis.
Bonus: Die richtige Wurfhöhe
Lieber zu hoch als zu niedrig – ein zu niedriger Wurf ist nicht korrigierbar und kostet Hebel und Power. Ein zu hoher lässt sich immer ausgleichen, indem man auf den Ball wartet.
Der Ball wird immer im Fallen geschlagen – nie im Steigen und nicht am höchsten Punkt. Das gilt für alle Profis, auch für die mit schnellem Rhythmus. Ein „zu hoch“ gibt es im Prinzip nicht, solange der Treffpunkt sauber bleibt; übertreiben sollte man dennoch nicht, weil sehr hohe Würfe mehr Abweichung haben und draußen der Wind dazukommt. Wer im Aufschlag verzögert, braucht in der Regel einen etwas höheren Wurf.
Nicht alles auf einmal ändern: ein Fundament pro Woche gezielt trainieren.